Das „Haus Silbererz“ und seine Geschichte

Vor über 300 Jahren erbaut als Haus für eine Bergmannsfamilie, liegt Haus Silbererz in der alten Ortsmitte der ehemals freien Bergstadt mit dem begehrten freien Blick auf den Glockenberg und das Wahrzeichen der Stadt, den uralten Glockenturm.

Der Straßenname „Danielstraße“ sowie die umliegenden Straßen „Erzwäsche“, „Bergmannstrost“, (Fuhr-) „Herrenstraße“, „Faktoreigasse“ oder „Lämmerhirtsgasse“ legen noch heute Zeugnis von der reichen Bergbau- und Kulturgeschichte dieses jahrhundertealten Städtchens.

Beim Großen Stadtbrand im Jahr 1796 wurde das Fachwerkhaus, wie über dreihundert weitere Häuser, schwer beschädigt. Aber bereits im Jahr darauf, 1797 war der Wiederaufbau gelungen – Ergebnis einer heute fast unvorstellbaren gegenseitigen nachbarschaftlichen Hilfe.

Nach dem Ende des aktiven Bergbaus Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich in einem Anbau des Hauses die Mineralwasser- und Limonadenfabrik Schubert.

Bis heute hat Sankt Andreasberg eine eigene Quelle im Odertal, die ein weiches Wasser ausgezeichneter Qualität liefert. Tee- und Kaffeekenner werden das besonders zu schätzen wissen. Das Leitungswasser zu trinken ist ebenfalls ein Genuss.

Nach dem 2. Weltkrieg lebte die Familie Blessmann in dem Haus. Walter Blessmann, ein engagierter Kenner der Bergbau- und Stadtgeschichte, starb hochbetagt im Jahr 2016. Die sorgfältige Sanierung und Wiederherstellung des ursprünglichen Charakters das Hauses als klassisches Oberharzer Bergmannshaus hätte ihm gewiss sehr gefallen.

Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme und Dokumentation durch einen erfahrenen Architekten begann 2017 die behutsame Entkernung des Baus und die Entfernung vieler problematischer Bauteile, die im Laufe der letzten Jahrzehnte eingesetzt worden waren. Der Hauptteil der aufwändigen Sanierung erfolgte dann 2018 und Anfang 2019.

Dabei kamen jahrhundertlang bewährte Naturbaustoffe und Materialien wie Massivholz, biobasierte Naturfarben und -lacke, Naturstein und ausschließlich reine Hanffaser-Dämmung zum Einsatz.

Die Bau- und Einrichtungsmaterialien innen und außen wurden sorgsam nach strengen Kriterien von Ökologie, Wohngesundheit und Materialästhetik ausgewählt (Echtholzböden, Massivholzmöbel, Hochwertige Holzfenster, Hanffaser-Dämmung, Naturfarben-Anstriche, LED-Beleuchtung, neueste Brennwertheizung etc.).

Die Versorgung mit Elektrizität in der Bergstadt St. Andreasberg erfolgt regenerativ durch eigene Kraftwerke in der Grube Samson unter Nutzung der Wasserkraft des Oberharzer Wasserregals aus dem historischen Oderteich.

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